
Gut acht Monate nach dem Rohbaubeginn hat sich das Bild auf der Baustelle in Dortmund-Lanstrop grundlegend verändert. Die ersten Gebäude der Lanstroper Wohnhöfe stehen im Rohbau, die meisten haben ihre Fenster bereits erhalten – und an einzelnen Häusern sind Putz und Verblendmauerwerk schon aufgebracht. Damit wird zum ersten Mal sichtbar, worum es in diesem Projekt von Anfang an ging.
Denn die Fassade ist hier kein Beiwerk, sondern das eigentliche Ergebnis eines ungewöhnlichen Planungsverfahrens. Seit 2016 haben die Architektinnen und Architekten des BDA Dortmund-Hamm-Unna das Quartier in gemeinsamen Workshops entwickelt: zunächst die Analyse des stadträumlichen und sozialen Umfelds, dann die Verständigung auf einen gemeinsamen städtebaulichen Ansatz – und anschließend entwarf jedes Büro auf einer eigenen Teilfläche sein eigenes Haus. Dreizehn Gebäude von zwölf Büros, gruppiert um ein großes Karree. Die Vielfalt, die jetzt Schicht für Schicht an den Fassaden entsteht, ist also kein Zufall, sondern Methode.

Ablesbar wird das an den Materialien: Wo das eine Haus verputzt wird, zeigt das benachbarte rotes Verblendmauerwerk. Auch Fensterformate, Loggien und Geschossigkeit wechseln von Bauteil zu Bauteil. Konstruktiv liegt dagegen ein gemeinsamer Nenner zugrunde: Die Häuser entstehen in Fertigteilbauweise aus Leichtbeton, deren Montage je Gebäude nur wenige Tage in Anspruch nimmt. Was im Rohbau an Zeit gewonnen wird, kommt der sorgfältigen Ausarbeitung der Fassaden zugute.

Abgeschlossen ist der Rohbau damit noch nicht. An anderer Stelle im Quartier laufen die Gründungsarbeiten für die nächsten Bauteile, während die fertiggestellten Häuser im Hintergrund ihre endgültige Erscheinung bereits andeuten. Insgesamt entstehen rund 11.000 Quadratmeter Wohnfläche – 135 barrierefreie und bezahlbare Wohnungen, mehr als 65 Prozent davon öffentlich gefördert.
Nach dem Bergfest im vergangenen Frühjahr ist damit der nächste Abschnitt erreicht. Wenn in den kommenden Monaten die Gerüste fallen, wird sich zeigen, ob das Experiment aufgeht: ein Quartier aus dreizehn eigenständigen Häusern, das trotzdem als Ganzes zusammenfindet.
(Fotos: Joachim Theißen)